Notfalltraining
für Pflegekräfte
Veränderungen früh erkennen.
Im Notfall gemeinsam handeln.
Eine Bewohnerin wirkt plötzlich ungewöhnlich verwirrt. Ein Patient klagt während eines Hausbesuchs über akute Atemnot. Nach einem Sturz ist unklar, ob eine ernsthafte Verletzung vorliegt oder „nur“ Hilfe bei Aufstehen erforderlich ist.
Erkennt Ihr Pflegeteam kritische Veränderungen rechtzeitig – und weiß es, welche Schritte jetzt wichtig sind?
Im Notfalltraining für Pflegekräfte trainieren Ihre Mitarbeitenden, gesundheitliche Veränderungen systematisch wahrzunehmen, Notfallsituationen einzuschätzen und notwendige Maßnahmen strukturiert einzuleiten.
Dabei stehen die tatsächlichen Herausforderungen des Pflegealltags im Mittelpunkt: vom frühzeitigen Erkennen einer Verschlechterung über lebensrettende Sofortmaßnahmen bis zur Zusammenarbeit mit ärztlichem Personal und Rettungsdienst.
Das Training findet direkt bei Ihnen statt und wird an Ihre Versorgungsform, Ihr Team und Ihre bestehenden Abläufe angepasst.
Alle Infos auf einen Blick
| Zielgruppe: | Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Mitarbeitende in der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege |
| Dauer: | Individuell vereinbar |
| Kursort: | Direkt in Ihrer Pflegeeinrichtung, Tagespflege oder Ihrem ambulanten Pflegedienst |
| Kursgebühren: | Individuelles Angebot nach Trainingsumfang und Teamgröße |
| Gruppengröße: | max. 15 Teilnehmende |
| Zertifikat: | Teilnahmebescheinigung |
| Besonderheiten: | + Individuell auf ambulante oder stationäre Pflege abgestimmt + Praxisnahe Notfallszenarien aus dem Pflegealltag + Training von Ersteinschätzung, Sofortmaßnahmen und Zusammenarbeit |
Das trainiert Ihr Pflegeteam
Pflegekräfte erleben Menschen häufig über einen längeren Zeitraum und kennen ihren gewohnten Zustand. Dadurch können sie Veränderungen oft früh wahrnehmen – noch bevor daraus eine offensichtliche Notfallsituation entsteht.
Im Training geht es deshalb nicht nur um die Frage „Was tun im Notfall?“, sondern bereits um den Schritt davor: Was hat sich verändert, wie dringlich ist die Situation und was muss jetzt passieren?
Die konkreten Schwerpunkte stimmen wir auf Ihre Einrichtung, Ihre Mitarbeitenden und deren Verantwortungsbereiche ab.
✔ Veränderungen wahrnehmen und strukturiert einschätzen
Eine veränderte Atmung, zunehmende Schwäche, auffällige Hautfarbe, Bewusstseinsveränderungen oder ein plötzlich anderer Allgemeinzustand können wichtige Warnzeichen sein.
Ihre Mitarbeitenden trainieren, relevante Veränderungen systematisch wahrzunehmen, einzuordnen und daraus die nächsten Schritte abzuleiten.
Dabei geht es nicht um ärztliche Diagnosestellung, sondern um eine strukturierte Ersteinschätzung und die Entscheidung, wann weitere medizinische Hilfe erforderlich ist.
✔ Nach einem Sturz richtig handeln
Stürze gehören zum Pflegealltag, aber ihre Folgen sind jedoch nicht immer sofort erkennbar.
Im Training beschäftigen wir uns damit, wie die Situation nach einem Sturz zunächst eingeschätzt wird, welche Beobachtungen wichtig sind und welche Warnzeichen eine weitere medizinische Abklärung erforderlich machen.
Auch die Frage, wann eine Person bewegt werden kann und wann zunächst weitere Hilfe organisiert werden sollte, kann anhand realistischer Situationen trainiert werden.
✔ Schlaganfall und andere zeitkritische Notfälle erkennen
Plötzliche Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen oder Bewusstseinsveränderungen erfordern schnelles Handeln.
Ihre Mitarbeitenden lernen, typische Warnzeichen zeitkritischer Erkrankungen zu erkennen, die Dringlichkeit einzuschätzen und ohne vermeidbare Verzögerungen weitere Hilfe zu organisieren.
✔ Sepsis und akute Verschlechterungen früh erkennen
Eine Sepsis beginnt nicht immer mit einem offensichtlich dramatischen Notfall. Gerade bei älteren oder multimorbiden Menschen können die ersten Veränderungen unspezifisch sein.
Im Training sensibilisieren wir dafür, Veränderungen im Allgemeinzustand ernst zu nehmen, relevante Beobachtungen zusammenzuführen und bei einer möglichen kritischen Verschlechterung angemessen zu reagieren.
✔ Akute Verwirrtheit und Delir richtig einordnen
Wenn ein Mensch plötzlich deutlich verwirrter, unruhiger oder ungewöhnlich schläfrig wirkt, sollte diese Veränderung nicht vorschnell dem Alter oder einer bestehenden Demenz zugeschrieben werden.
Das Team trainiert, akute Veränderungen des mentalen Zustands wahrzunehmen, relevante Beobachtungen zu erfassen und die notwendige weitere Abklärung zu veranlassen.
✔ Bewusstlosigkeit und Kreislaufstillstand versorgen
Auch lebensbedrohliche Situationen gehören zum Training.
Je nach vereinbartem Trainingsumfang üben Ihre Mitarbeitenden die Beurteilung von Bewusstsein und Atmung, den Umgang mit einer bewusstlosen Person sowie die Herz-Lungen-Wiederbelebung und gegebenenfalls den Einsatz eines AED. Dabei steht die praktische Anwendung im Mittelpunkt.
✔ Im Notfall Hilfe organisieren und Informationen weitergeben
Ein guter Notruf besteht nicht nur darin, die richtige Telefonnummer zu wählen. Welche Informationen braucht die Leitstelle? Welche Veränderungen wurden beobachtet? Welche Vorerkrankungen oder Medikamente sind relevant? Wer weist den Rettungsdienst ein? Und an wen wende ich mich, wenn der Betroffene ambulant versorgt werden könnte?
Auch die strukturierte Übergabe an Rettungsdienst oder ärztliches Personal kann Bestandteil des Trainings sein.
Notfalltraining passend zu Ihrem Pflegealltag
Ein medizinischer Notfall in einer stationären Pflegeeinrichtung stellt Mitarbeitende vor andere Herausforderungen als ein Notfall während eines Hausbesuchs oder in einer Tagespflege.
In der stationären Pflege können häufig weitere Mitarbeitende hinzugezogen und Aufgaben im Team verteilt werden. Im ambulanten Pflegedienst ist eine Pflegekraft dagegen möglicherweise zunächst allein beim Patienten und muss erste Maßnahmen einleiten und weitere Hilfe organisieren.
In der Tagespflege wiederum werden Gäste nur für einen begrenzten Zeitraum betreut. Bei einer akuten Veränderung müssen Mitarbeitende die Situation einschätzen, vorhandene Informationen berücksichtigen und entscheiden, welche medizinische Hilfe erforderlich ist und wie die weitere Versorgung organisiert wird.
Genau diese unterschiedlichen Rahmenbedingungen greifen wir im Training auf. Auch Patienten- und Bewohnerstruktur, Qualifikationen im Team, interne Standards und vorhandene Notfallausstattung werden berücksichtigt.
Vor dem Training stimmen wir mit Ihnen ab:
Auf dieser Grundlage entwickeln wir realistische Trainingsszenarien, die zu Ihrem Arbeitsalltag passen.
Trainiert wird, was Ihre Mitarbeitenden in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich erkennen, entscheiden und umsetzen müssen.
Praktische Szenarien statt reiner Theorie
Notfallmanagement lässt sich nur begrenzt durch Vorträge lernen.
Deshalb stehen im Training praktische Übungen und realistische Fallbeispiele im Mittelpunkt. Ihre Mitarbeitenden müssen Situationen einschätzen, Entscheidungen treffen, Aufgaben verteilen und Maßnahmen durchführen.
Anschließend werden die Szenarien gemeinsam ausgewertet:
Was wurde früh erkannt? Was hat gut funktioniert? Wo entstanden Unsicherheiten?
Und was könnte beim nächsten Mal klarer oder schneller ablaufen?
So entsteht aus der Übung ein konkreter Lernprozess für das gesamte Team.
Dabei geht es nicht darum, Mitarbeitende in einer Prüfungssituation unter Druck zu setzen.
Ziel ist es, Abläufe auszuprobieren, Zusammenhänge zu verstehen und Handlungssicherheit zu entwickeln.
Auch schwierige Entscheidungen gehören zum Pflegealltag
Nicht jede kritische Situation bedeutet automatisch, dass alle verfügbaren Notfallmaßnahmen eingeleitet werden sollen.
Gerade in der Pflege können Patientenwille, Vorsorgedokumente, bestehende Therapieziele oder palliative Versorgungssituationen eine wichtige Rolle spielen.
Deshalb kann im Training auch thematisiert werden, wie vorhandene Festlegungen in Notfallsituationen berücksichtigt werden und wie Mitarbeitende innerhalb ihrer Zuständigkeiten mit solchen Situationen umgehen.
Dabei geht es nicht darum, individuelle medizinische oder rechtliche Entscheidungen im Seminar vorwegzunehmen. Entscheidend ist vielmehr, dass Zuständigkeiten, Dokumente und interne Abläufe bereits vor einem Notfall geklärt sind.
So läuft Ihr Notfalltraining ab
Vor dem Termin besprechen wir mit Ihnen die Rahmenbedingungen Ihrer Einrichtung oder Ihres Pflegedienstes und legen gemeinsam die Trainingsschwerpunkte fest.
Das Training findet anschließend direkt bei Ihnen vor Ort statt.
Sollten Sie keine ausreichend großen Räume zur Verfügung haben, kann das Training auch in der Gesundheitsakademie in Karlsbad durchgeführt werden.
Nach einer gezielten fachlichen Vorbereitung stehen praktische Übungen und auf Ihren Arbeitsalltag abgestimmte Notfallszenarien im Mittelpunkt.
Die Situationen werden anschließend gemeinsam reflektiert. So können nicht nur medizinische Maßnahmen, sondern auch Kommunikation, Zuständigkeiten und organisatorische Abläufe betrachtet werden.
Nach dem Training erhalten die Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung.
Individuelles Notfalltraining anfragen
Sie möchten Ihr Pflegeteam auf medizinische Notfälle vorbereiten, vorhandenes Wissen auffrischen oder bestimmte Situationen gezielt trainieren?
Teilen Sie uns mit, ob Sie in der ambulanten oder stationären Pflege tätig sind, wie groß Ihr Team ist und welche Trainingsschwerpunkte Ihnen wichtig sind.
Auf dieser Grundlage stimmen wir Inhalte, Dauer und Rahmenbedingungen mit Ihnen ab und erstellen ein individuelles Angebot.
Häufige Fragen zum Notfalltraining für Pflegekräfte
Für welche Pflegebereiche ist das Notfalltraining geeignet?
Das Training richtet sich sowohl an Teams aus der stationären Pflege als auch an Mitarbeitende ambulanter Pflegedienste.
Inhalte und Szenarien werden an die jeweilige Versorgungsform und die Aufgaben Ihrer Mitarbeitenden angepasst.
Welche Mitarbeitenden können teilnehmen?
Das Training eignet sich für Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und weitere Mitarbeitende, die im Pflegealltag mit medizinischen Notfallsituationen konfrontiert werden können.
Die Übungen werden so gestaltet, dass unterschiedliche Qualifikationen und Verantwortungsbereiche berücksichtigt werden können.
Welche Notfälle werden trainiert?
Das hängt von Ihrem Arbeitsbereich und den vereinbarten Trainingszielen ab.
Mögliche Schwerpunkte sind beispielsweise Stürze, Bewusstseinsveränderungen, Schlaganfall, Atemnot, Krampfanfälle, Sepsis, Delir, Bewusstlosigkeit und Kreislaufstillstand.
Wir legen die konkreten Inhalte vor dem Training gemeinsam mit Ihnen fest.
Wird auch die Wiederbelebung trainiert?
Ja, wenn die Reanimation Bestandteil des vereinbarten Trainings ist.
Dabei können Ihre Mitarbeitenden die Beurteilung von Bewusstsein und Atmung sowie die Herz-Lungen-Wiederbelebung und gegebenenfalls die Anwendung eines AED praktisch trainieren.
Werden auch Notfälle bei Menschen mit Demenz berücksichtigt?
Ja. Gerade bei Menschen mit Demenz kann es anspruchsvoll sein, eine akute gesundheitliche Veränderung vom gewohnten Zustand zu unterscheiden.
Deshalb kann das Erkennen neuer oder plötzlich verstärkter Veränderungen gezielt Bestandteil der Trainingsszenarien sein.
Können auch palliative Situationen und Vorsorgedokumente thematisiert werden?
Ja. Wenn dies für Ihre Einrichtung relevant ist, können der Umgang mit vorhandenen Festlegungen, Zuständigkeiten und Abläufen in kritischen Situationen in das Training einbezogen werden.
Findet das Training direkt bei uns statt?
Ja. Das Notfalltraining ist als Inhouse-Training konzipiert und findet direkt in Ihrer Pflegeeinrichtung oder bei Ihrem ambulanten Pflegedienst statt.
Dadurch können Ihre tatsächlichen räumlichen und organisatorischen Bedingungen berücksichtigt werden.
Wie lange dauert das Notfalltraining?
Die Dauer wird individuell mit Ihnen vereinbart und richtet sich nach Trainingsumfang, gewünschten Schwerpunkten und Teamgröße.
Wie viele Personen können teilnehmen?
Die Gruppengröße ist auf maximal 15 Teilnehmende begrenzt. Dadurch bleibt ausreichend Zeit für praktische Übungen, Fallbeispiele und gemeinsame Auswertung.
Erhalten die Teilnehmenden eine Bescheinigung?
Ja. Nach dem Training erhalten die Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung.
Veränderungen erkennen. Gemeinsam richtig handeln.
Pflegekräfte sind häufig diejenigen, die gesundheitliche Veränderungen als Erste wahrnehmen. Im Notfall kommt es darauf an, diese Beobachtungen richtig einzuordnen, Prioritäten zu setzen und die nächsten Schritte sicher einzuleiten.
Ein praxisnahes Notfalltraining gibt Ihrem Team die Möglichkeit, Situationen gemeinsam durchzuspielen, Abläufe zu überprüfen und Sicherheit im Handeln zu entwickeln.
Abgestimmt auf die Menschen, die Sie versorgen und auf die Bedingungen, unter denen Ihre Mitarbeitenden täglich arbeiten.
